05 October 2018
Denise

Führen in Teilzeit - ein Modell für die Zukunft

Die (Arbeits-)Zeiten ändern sich. Gerade die jüngeren Generationen, die aktuell und künftig in Führungspositionen hineinwachsen, wollen zeitlich und räumlich flexibel arbeiten – und trotzdem „Karriere machen“. Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, berufliche Weiterbildung oder einfach nur der Wunsch nach mehr persönlichem Freiraum – es gibt viele gute Gründe, auch als Führungskraft nicht ausschließlich in Vollzeit tätig zu sein. Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 15 Millionen Beschäftigte, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für eine reduzierte Stundenzahl entscheiden – darunter auch immer mehr Führungskräfte. Mit „Führen in Teilzeit“ (FiTZ) bietet Boehringer Ingelheim seinen Mitarbeitenden ein zukunftsorientiertes Modell, das genau diese lebensphasenorientierte Flexibilität ermöglicht.

Gute Gründe: warum als Führungskraft „nur“ Teilzeit arbeiten?

Ein Wechsel in Teilzeit ist für die meisten Menschen – ob Führungskraft oder nicht – kein Dauerzustand, sondern wird häufig nur in einer bestimmten Lebenssituation angestrebt. Die Gründe dafür sind vielfältig: von der Kinderbetreuung oder der Pflege eines Angehörigen über ehrenamtliche Tätigkeiten oder Weiterbildung bis hin zu gesundheitlichen Gründen oder einem gleitenden Übergang in den Ruhestand. Teilzeit ermöglicht es Führungskräften darüber hinaus, trotz einer vorübergehenden Reduktion der Arbeitszeit die eigene berufliche Entwicklung konsequent weiter zu verfolgen und nicht vor der Entscheidung „Familie oder Karriere“ zu stehen.

 

Frau Prof. Dr. Anja Karlshaus, die zum Thema forscht, sagt: „Teilzeitführung darf als wirtschaftlich sinnvoll, gesellschaftlich erwünscht und politisch gefördert gelten. Gerade die zuletzt ‚neu entdeckten‘ Zielgruppen auf dem Arbeitsmarkt – gut ausgebildete Frauen, ältere Mitarbeitende, die Generationen Y/Z – stellen Anforderungen in diese Richtung und veranlassen viele Arbeitgeber zum Umdenken.“

                                                                                                 

Vielfalt und Agilität sind fest in der Unternehmenskultur von Boehringer Ingelheim verankert – flexible Arbeitszeit- und Führungsmodelle sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Kultur. Das deutsche Management von Boehringer Ingelheim bekennt sich deshalb ganz klar zum Modell Führen in Teilzeit: „Für uns zählen Integrität, Vertrauen und Resultate – nicht das starre Absolvieren von Anwesenheitszeiten“, erklärt Stefan Rinn, Landesleiter Deutschland von Boehringer Ingelheim. „Das bedeutet auch, tradierte Vorstellungen von Führung zu hinterfragen und auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden einzugehen. Mit FiTZ haben wir ein Modell ins Leben gerufen, das lebensphasenorientierte, individuelle Karrierewege ermöglicht.“

 

Die Initiative FiTZ bei Boehringer Ingelheim

„Führen in Teilzeit ist ein wichtiger Stellhebel in unserem 10 Punkte Plan für mehr Frauen in Führung und für eine offene Kultur, von der auch aktive Väter profitieren. In einem Workshop mit dem deutschen Management in 2017 wurde deutlich, dass wir nicht nur alle prozessualen Voraussetzungen dafür haben, sondern auch das Management Commitment, dass FiTZ grundsätzlich auf allen Ebenen möglich ist – jetzt müssen wir es einfach nur tun!“ sagt Denise Hottmann, Head of Diversity & Inclusion in Deutschland.

 Dabei sind verschiedene Varianten denkbar. Eine Führungskraft kann zum Beispiel nur an 4 statt 5 Tagen in der Woche arbeiten oder die tägliche Arbeitszeit um ein paar Stunden reduzieren. „Es gibt theoretisch sehr viele Möglichkeiten, wie Aufgaben auf mehrere Personen verteilt und Arbeitszeiten geplant werden können“, erläutert Olaf Guttzeit, Head of Life Balance Germany. „In der Praxis kommt es natürlich auf die Art der Tätigkeit an, die jemand ausübt. In der Verwaltung haben wir andere Möglichkeiten als in der Produktion, wo bestimmte Schichten einfach besetzt sein müssen.“ Zahlreiche Maßnahmen, die das Unternehmen für seine Mitarbeitenden schon länger im Portfolio hat, unterstützen FiTZ optimal. Dazu gehören zum Beispiel mobiles Arbeiten oder Home Office, Gleitzeit, Kinderbetreuung, Lunch Lessons oder das Rollenentdeckercoaching.

 

Bei Interesse an einem Wechsel zu FiTZ sind die Rahmenbedingungen unabhängig vom Anlass identisch – egal ob jemand Zeit für die Kinderbetreuung braucht oder ein Fernstudium aufnehmen möchte. „Bevor man mit der eigenen Führungskraft spricht, ist es dennoch sinnvoll, die eigene Position zu klären: Was möchte ich und welche Lösungen kann ich dafür anbieten? Durchdachte Vorschläge helfen dabei, den Chef oder die Chefin zu überzeugen“, sagt Denise Hottmann.

 

Zutaten – so wird Führung in Teilzeit zum Erfolgsmodell

Ist diese Überzeugungsarbeit geleistet, sollte die Teilzeit-Führungskraft-in-spe unbedingt einige Erfolgsfaktoren für die Praxis beachten. Zunächst einmal ist es wichtig, dass die eigenen An- und Abwesenheitszeiten klar kommuniziert werden. Dabei hilft auch eine gewisse Regelmäßigkeit – zum Beispiel, dass die Führungskraft jeden Dienstag und Mittwoch zwischen 10 und 14 Uhr im Büro zu erreichen ist. Gleichzeitig müssen alle im Team über ein gewisses Maß an Flexibilität verfügen, wenn die Dinge einmal anders laufen als geplant. Die Teilzeit-Führungskräfte selbst sollten eine gehörige Portion Organisationsgeschick mitbringen, Prioritäten setzen können und damit möglichst reibungslose Übergaben realisieren. Dazu gehört auch, dass Arbeitspakete entsprechend angepasst werden – jemand, der nur an 4 Tagen pro Woche für das Unternehmen im Einsatz ist, kann nicht die Aufgaben von 5 Tagen zufriedenstellend erledigen. Last but not least ist wechselseitiges Vertrauen die Grundlage jeder Form der Zusammenarbeit, insbesondere aber auch von Führen in Teilzeit.

 

Ein Gewinn für alle Seiten

Das Modell „FiTZ“ ist eine Herausforderung – keine Frage. Doch sind erst einmal klare Regelungen getroffen und es wird offen kommuniziert, können alle Beteiligten profitieren. Mitarbeitende – ob mit oder ohne Führungsaufgaben – sind zufriedener und arbeiten effektiver, wenn ihre persönlichen Bedürfnisse im Arbeitsalltag berücksichtigt werden. „Teilzeitführungskräfte sind häufig sehr gut strukturiert“, betont Olaf Guttzeit. „Durch Kinderbetreuung oder eine Pflegesituation können viele Soft Skills verfeinert werden, die sich im Unternehmen auszahlen. Die tägliche Bewältigung von privaten und betrieblichen Herausforderungen bei Teilzeitarbeit ist von Bequemlichkeit weit entfernt, sondern schärft Produktivität, Empathie und Zielstrebigkeit.“ Darüber hinaus tragen individuelle Arbeitsmodelle dazu bei, ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen. In einem kompetitiven Umfeld kann es so gelingen, die besten Talente am Arbeitsmarkt zu bekommen und zu halten.

"Teilzeitführung darf als wirtschaftlich sinnvoll, gesellschaftlich erwünscht und politisch gefördert gelten, sagt Prof. Dr. Anja Karlshaus. "
Denise Hottmann

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